Fuge

Tanzstück mit einer Performerin. Dauer: ca. 10 min.

Raum: 5m hoch, Wasserbecken: 5,80m lang, 1,80m breit.
Seitenwände: Schwarzer Molton. Rückwand: Weiß, unbearbeitet. 4-Kanal Audiotrack.
Raum, Konzept, Musik: Johanne Schröder
Tänzerin: Jungyun Bae
Choreographie: Johanne Schröder, Jungyun Bae

Gretchen Inszenierung frei nach Johann Wolfgang von Goethe´s Faust 1.
(2013)



Das Gretchen ist eine sehr tragische Figur.
Sie wird mit dem Wunsch geboren, ein guter Mensch zu sein,
fügt sich gewissenhaft in die engen moralischen Vorstellungen ihrer kleinen Welt.
Ist die Zier vom ganzen Geschlecht.
Als Faust in ihr Leben tritt, ist ihre Stube ordentlich und rein.
Ihr Herz vom Glauben erfüllt.
Ihr Leben Arbeit und Fleiß.
Mit Faust erwacht sie aus diesem Zustand,
ihre Struktursicherheit gerät ins Wanken,
die engen Grenzen werden plötzlich zur Bedrohung,
machen sie zur Sünderin!
Aber die Liebe, die sie dazu trieb,
Gott! War so gut! ach, war so lieb!
Immer tiefer, immer enger, kein Platz, kein Entrinnen
– bis ihre ganze Familie ausgerottet ist.
Nur noch sie.
Der Henker steht bereit. Oder Faust?
Unschuldig werden!
Sie – soll Leben?
Sie kann nicht, sie will nicht.
Stumm liegt die Welt wie das Grab.
Unschuldig werden!
Der Himmel ist die einzige Möglichkeit.